Leitungswasserschaden: Lass dich nicht von Lecks austricksen

Leitungswasserschaden: Lass dich nicht von Lecks austricksen
Quelle: Canva.com

Marode Rohre, poröse Schläuche – austretendes Leitungswasser bleibt lange unbemerkt, mit fatalen Folgen. Was sind die häufigsten Ursachen? Wie teuer wird so ein Leck? Und was ist durch meine Police versichert?  Hier gibt’s die Antworten.

Zunächst einmal eine simple, aber entscheidende Information: Wasser ist nicht gleich Wasser – jedenfalls wenn es um Versicherungsfragen geht. Ein „bestimmungswidriger Austritt von Leitungswasser“, wie es im Versicherungsdeutsch heißt, ist in der Regel durch die Wohngebäude- und Hausratversicherung abgedeckt. Gegen Überschwemmungen durch Starkregen, Löschwasser oder Rückstau von Regenwasser bist du mit diesen Policen aber nicht automatisch versichert. Dazu brauchst du - je nach Versicherer - eine Elementarschutzversicherung.

(Siehe auch: Damit die Naturkatastrophe nicht im finanziellen Ruin endet.)


Tückische Lecks: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt?

Das große Problem an Leitungswasserschäden ist, dass sie oft lange unerkannt bleiben. Während große, plötzlich auftretende Schäden schnell bemerkt und beseitigt werden können, ist langsam austretendes Wasser deutlich schwieriger zu entdecken. Sogenannte Mikroleckagen entfalten ihre verheerende Wirkung erst nach und nach. Oft offenbaren sie sich erst, wenn sich bereits Folgeschäden bemerkbar machen; zum Beispiel durch feuchte Wände, Decken oder gar Schimmelbildung.

Doch es gibt noch mehr Zeitverzögerer: Bis deine Schadensmeldung bearbeitet und ein Gutachter geschickt wurde, können Wochen vergehen. Hinzu kommen lange Wartezeiten auf Handwerker (abgesehen von den gestiegenen Kosten). Je nach Schwere des Schadens ist dein Zuhause nicht mehr bewohnbar und deine Nerven liegen blank.


Wenn Rohre bröckeln und Schläuche platzen


Sobald Leitungswasser das Bauwerk oder damit fest verbundene Komponenten beschädigt, springt die Wohngebäudeversicherung ein. Das kann die Wand und den Boden oder deine Einbauküche betreffen. Es gibt verschiedene Kategorien, für den Schaden, der entstanden ist. Die Deutsche Schadenshilfe, die Betroffene im Ernstfall unterstützt, unterteilt in:

  • Durchnässungsschäden in Wänden nach einem Wasseraustritt aus Zu- und Ableitungsrohren
  • Schäden an Installationen wie Frisch- und Abwasserleitungen oder Heizungen durch Frost
  • Schäden an Zu- und Ableitungsrohren im Gebäude oder auf dem dazugehörigen Grundstück, die der Wasserversorgung und der Heizung dienen

Sollten diese Szenarien eintreten, übernimmt deine Wohngebäudeversicherung die Kosten für die Sanierung und Reparaturen am Gebäude, aber auch für die Ortung des auslösenden Lecks und die anstehenden Trockenarbeiten.

Ursachen von Leitungswasserschäden

Laut GDV werden den Versicherern jedes Jahr über eine Million Leitungswasserschäden gemeldet -  sie verschlingen jährliche eine Milliardensumme. Nach Angaben des Kölner Startups Lisios Wasseralarm gehen fast 40 Prozent aller Leitungswasserschäden in Deutschland auf fehlerhafte Installationen von Rohrleitungen zurück. Weitere zwölf Prozent sind auf Planungsfehler sowie auf fehlerhafte oder minderwertige Produkte zurückzuführen. Wer neu baut, sollte also bereits in der Planungsphase darauf achten, nicht am falschen Ende zu sparen.

Je älter, desto öfter – je jünger, desto teurer

Immer wieder entstehen Leitungswasserschäden aber auch durch Frost oder Korrosion (sprich: durch Rost). Hiervon sind vor allem ältere Gebäude betroffen. „Mit zunehmendem Alter der Anlage steigt das Risiko eines Korrosionsschadens“, warnen etwa Experten des Fachportals „schadenpraevention.de“.

Aber auch Anlagen, die erst wenige Jahre oder Monate alt sind, hätten häufig bereits mit korrosionsbedingten Schäden zu kämpfen, so die Fachleute. Generell besteht in Neubauten heute ein größeres Risiko als in früheren Jahrzehnten. Nicht nur aufgrund von Baumängeln, auch weil sich die Bauweise geändert hat oder weil die sanitäre Ausstattung vielfältiger geworden ist (mehrere Bäder, Gäste-WCs, Geschirrspüler und so weiter).

Rohrleitungen liegen heute in der Regel nicht mehr über dem Putz. Sie werden in der Wand verbaut. Das sieht zwar schöner aus, der Nachteil ist aber: Mängel fallen viel später auf. Je älter das Gebäude, desto häufiger treten Schäden auf – je jünger, desto teurer werden sie. So fasst es der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zusammen.

Leitungswasserschäden sind besonders ärgerlich

Die durchschnittliche Schadenhöhe liegt laut GDV bei rund 3.000 Euro. Aber von den Kosten einmal abgesehen – der entstehende Ärger nach einem Wasserschaden nimmt Einfluss auf deine Lebensqualität. Denn wenn Tapeten schimmeln, Parkett- oder Holzböden sich vollsaugen und aufquellen, ist ein Gebäude bis zu finalen Instandsetzung oft unbewohnbar.

Achtung Schimmelgefahr! Nach einem Wasserschaden besteht ein extrem hohes Risiko, dass sich in den Räumen Schimmel bildet. Denn das feuchte Milieu ist die ideale Umgebung für Schimmelpilze – und das kann zu ernsthaften Erkrankungen führen. Die einzige Chance dagegen anzugehen: Die Räume müssen nach einem Wasserschaden professionell trockengelegt werden. Das bedeutet für dich als Bewohner: Lärm! Denn Tag und Nacht laufen Trocknungsgeräte. Die dabei entstehende Geräuschkulisse entspricht etwa einem rund um die Uhr arbeitenden Staubsauger.

Alte oder defekte Leitungsrohre ersetzen


Solltest du dich dafür entscheiden, in deinem Haus alle alten Wasserleitungen zu ersetzen, musst du einiges beachten. Die Auswahl des Rohrmaterials ist daher wichtig und sollte sich nach den vorhandenen Wasserbedingungen richten. Nach einer korrosionschemische Wasseranalyse kann das geeignete Material bestimmt werden.

Reparatur und Installation - immer fachgerecht, bitte!

Auch Fehler bei der Installation können Wasserschäden herbeiführen. Werden Leitungssysteme nicht fachgerecht verlegt, können fehlerhafte Übergänge und Zwischenstücken Korrosionsschäden begünstigen. Ist die Spannung auf einem Bauteil zu groß, können sich wiederum Risse bilden. Bei der Installation oder Reparatur des Leitungssystems solltest du daher stets professionelle Installateure vertrauen.

Das kannst du tun: smart versichern!

Ist das Malheur erstmal passiert, sind die Folgen meist mehr als unerfreulich. Daher solltest du immer Präventivmaßnahmen ergreifen. Bei der Wahl deines Versicherers kannst du darauf achten, dass dieser Wert auf eine schnelle Bearbeitung und frühe Schadenserkennung legt. Wer will heute noch nach einem Rohrbruch langwierige Bearbeitungszeiten hinnehmen und tagelang auf den Gutachter warten?! Noch besser geht’s übrigens mit smarten Gadgets, die deinen Wasserverbrauch im Blick haben und bei starken Veränderungen schnell Alarm schlagen können.


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